MIGMAN

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Der MIGMAN (Migrationsmanager) ist ein Programm, welches ausschließlich Daten mittels BAPI’s oder BADI’s in ein SAP System einfügt oder ausliest.

Dies hat den Vorteil, dass alle eingefügten Daten SAP prozess-konform eingefügt werden. Einzige Ausnahme sind die Materialstammdaten.

Diese können mittels des iDoc’s MATMAS oder mit direktem Schreiben auf den Tabellen eingefügt werden. Beides hat Vor- und Nachteile.

Dies ist im Customizing des Migrationsmanagers einzustellen.

Der MIGMAN ist im Grunde nichts anderes als eine Zusammenstellung von mehreren Programmen (eins für jedes Geschäfts- und /oder Stammdatenobjekt im SAP. Die Reihenfolge und die Funktionen der einzelnen Objekt ist customizebar.

Arbeitet man mit LSMW, so muss die Reihenfolge manuell abgestimmt sein. Beim MIGMAN ist dies vorgegeben, aber auch customizebar.

Zuerst werden die üblichen Verdächtigen in Form der Stammdaten migriert (Debitoren, Kreditoren, Materialstammdaten, Arbeitsplätze, Stücklisten, Arbeitspläne, Orderbuch, Konditionen, usw.), danach folgen in Abhängigkeit die Bewegungsdaten (FI-Einzelposten oder Summensalden (Voraussetzung ist ein gecustomized FI System), SD Aufträge, PLAUFs, FAUFs, Bestellungen, usw.)

Das sind die Grundzüge des MIGMAN.

Vorteil ist, dass das ganze ähnlich einer Archivierung erfolgt und Prozess-orientiert ist.

Der MIGMAN kann alle gängigen Dateiformate lesen (Excel, txt, dxml, cdv, usw.), er kann aber auch SAP System direkt lesen und in ein anderes SAP einfügen (BUKRS und / oder Mandanten Split).

Installiert wird er auf dem Zielsystem (Zugriff via RFC oder über SAP Dateisystem).

In der Regel soll er für ein System lizenziert werden (solbilog hat einen eigenen SAP Namensraum).

Folgende Einsatzgebiete sind bereits gemacht oder machbar:

  • Migrationen in ein neues SAP System (Dateien jeder Art, SAP System zu SAP System)
  • Buchungskreisplitt (Carve out einer Einheit des Konzerns, Verkauf eines Unternehmensteils)
  • Mandantensplitt (Carve out einer Einheit des Konzerns, Verkauf eines Unternehmensteils, Aufteilung in neue Einheiten eines Konzerns)
  • Stammdaten Manipulationen (neue Discoparameter in MM, Korrekturen aller Arten von Stammdaten)
  • Extraktionen von definierten Daten aus einem SAP System

Beim Buchungskreis- Mandantensplitt kann man ein neues SAP System mit den im Vorfeld bestimmten Daten übertragen und dann im alten SAP System diese mittels Archivierung herauslöschen. Das Ergebnis ist das alte System ohne die Daten, welche in das neue übertragen wurden und das neue mit den emigrierten Daten.

Das MIGMAN ließt die Daten im Ausgangssystem und vergleicht diese mit einer Mapping Tabelle. Dann wird der Datensatz nach dem erfolgreichen Mapping an ein Modul übergeben, welches diesen Datensatz manipuliert (positiv verändert und auf das neue System angepasst). Ist der Datensatz entsprechend den Migrationsregeln verändert worden, wird er mit BAPI oder BADI in das neue System eingefügt. Bei Erfolg und bei Misserfolg wird ein entsprechender Eintrag in System- und /oder Applikationslog eingetragen.

Beispiel Bestellung :

Im alten System existiert eine Bestellung für einen Lieferanten. Die alte Bestellung wird gelesen, es wird festgestellt das es eine Teillieferung gegeben hat, dann geht der MIGMAN hin und errechnet die noch offene Menge, eröffnet eine neue Bestellung im neuen System mit der DELTA Menge und schließt bei einem alten SAP System die alte Bestellung. Beide Bilanzen stimmen danach und der WP freut sich.

Gibt es keine Teillieferung eröffnet er eine neue Bestellung im neuen System.

Dieses Vorgehen wird generell im MIGMAN angewendet.

Vorteile:

  • geregelte und nachvollziehbare Migrationen mit Protokoll
  • Erweiterbar für Geschäftsobjekte
  • Schnelle Entwicklungszyklen da modular
  • Der Kunde kann wenn er möchte selber programmieren
  • Keine aufwändigen Testmigrationen (MIGMAN hat Testläufe ohne Einfügen aber mit Protokollierung)
  • Der Erfolg einer Migration ist absolut vorhersehbar und kalkulierbar (Menge der Datensätze)

Er kann später als Datenwaschmaschine weitergenutzt werden